Interview mit Dr. Christiane Schenderlein (CDU-Abgeordnete)

Hai Linh: Wie ist Ihre Meinung zur Verkürzung des Kohleausstiegs auf 2030?

Fr. Schenderlein: Wir haben uns auf den Kohleausstieg 2038 verständigt, darüber hatte die Kohlekommission entschieden und die haben dieses Datum festgelegt. Der gesamte Strukturwandel, den wir jetzt angefangen haben umzusetzen, ist genau auf dieses Datum fokussiert und deshalb ist es auch wichtig, dass wir daran festhalten und das ist auch unsere Meinung innerhalb der CDU. Wir brauchen Zeit, um den Strukturwandel umzusetzen, denn das sind ganz viele Projekte, die dort geplant sind, beispielsweise Straße, Verkehr, Bahnanschluss, neue Arbeitsplätze schaffen und sowas dauert natürlich seine Zeit.

Nick: Wie geht es nach 2038 weiter?

Fr. Schenderlein:  Wir schauen jetzt schon, wie wir den Energiemix zukunftsmäßig aufstellen und da spielt vor allen Dingen, aus unserer Sicht, das Vorhandensein von Strom und Energie eine wichtige Rolle. Das heißt, wir brauchen Energie, die grundlastungsfähig ist. Aktuell sind wir da noch nicht, dass wir das allein mit regenerativen Energien erzeugen können. Deshalb brauchen wir auch das Erdgas noch, damit wir keinen Ausfall des Stromes haben.

Nick: Wie stehen Sie zu dem Tempolimit? Falls es eine Koalition mit den Grünen geben sollte, was für Kompromissmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Fr. Schenderlein: Wir wollen als CDU kein Tempolimit auf der Straße. Wir haben viele Verkehrsbeschränkungen auf der Straße, aber es ist wichtig- gerade in den Abendstunden- flexibel zu sein. Ohnehin passieren die meisten Unfälle auf der Landstraße, sodass ein Tempolimit auf Autobahnen für mich nicht wirklich Sinn ergibt. Aber ob das dann im Koalitionsvertrag drin steht oder nicht, ist abhängig von den Verhandlungen.

Angelina: Mit welchen Parteien könnten Sie sich eine Koalition vorstellen bzw. welchen Parteien nicht?

Fr. Schenderlein: Wie sind uns dabei relativ einig. Wir werden keine Koalition mit der AfD und auch keine mit den Linken teilen, das steht fest. Wir werden sicherlich mit allen anderen Parteien sprechen, mit der FDP haben wir eine sehr gute Beziehung. Ich denke, als demokratische Partei muss man auch in der Lage sein, mit anderen demokratischen Parteien reden zu können und einen Kompromiss zu finden. Das ist zwar schwierig, doch das gehört zur Demokratie dazu.

Nick: Würden Sie die Große Koalition beibehalten, wenn es nötig wäre?

Fr. Schenderlein: Man muss Folgendes dazu sagen: Grundsätzlich haben wir mit der GroKo viel erreicht, doch ich würde mir wünschen, wenn auch mal ein liberaler Einfluss hinzukäme.

Hai Linh: Was halten Sie vom Wahlrecht ab 16 Jahren?

Fr. Schenderlein: Das muss man gesellschaftlich diskutieren, denn die Frage ist, ab wann ist man reif genug ist, d.h. in der Lage, politisch eine Meinung zu bilden. Das ist dasselbe, wie die Entscheidung, dass man erst mit 40 Jahren Bundespräsident werden kann. Das kann man nicht juristisch entscheiden und wir halten 18 Jahre für ein gutes Alter.

Angelina: Wie stehen Sie zur Legalisierung von Cannabis?

Fr. Schenderlein: Ich habe selber Kinder und generell Bauchschmerzen, wenn es darum geht, auch bei Alkohol oder beim Rauchen bin ich etwas strenger als andere. Cannabis ist nach wie vor eine Einstiegsdroge, deshalb habe ich da meine Bedenken. Dennoch glaube ich, dass wir bei diesem Thema noch nicht am Ende sind und man das noch länger diskutieren muss.

Nick, Angelina, Hai Linh: Vielen Dank für Ihre Zeit. Auf Wiedersehen.

Fr. Schenderlein: Tschüss.

Interview geführt von Angelina Gesch, Hai Linh Dang Thi, Nick Berndt (Klasse 10c)

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