Atlas und Wörterbuch statt Reiseführer

Peking… war noch einmal die Hauptstadt von? Richtig, China – das Land der aufgehenden Sonne. Dieses und weit mehr geografisches Wissen ermöglicht Sebastian Bürger, dem Talent aus der 12. Klasse, im Sommer des nächsten Jahres die Reise in die 21 Millionen- Einwohner- Stadt.

Bei dem diesjährigen “iGeo- Olympiade“ kämpfte er sich bis zur internationalen Ebene nach Peking vor. Die internationale Geografie-Olympiade „iGeo“ ist ein Wettbewerb für die besten 16- bis 19-jährigen Geografieschülerinnen aus der ganzen Welt. Sie wird jedes Jahr in einem anderen Land durchgeführt. Dabei werden alle teilnehmenden Länder von vier Schülern repräsentiert.

 

Während die Abiturvorbereitungen auf Hochtouren laufen, gelang es ihm, sein Können erneut, dieses Mal bei einem Englisch-Geografiewettbewerb, unter Beweis zu stellen. Beim nationalen Ausscheid in Braunschweig qualifizierte er sich für den internationalen Wettbewerb in Asien. Als Teil des deutschen Viergespanns wird er im August 2016 für unser Land in China antreten.

 

Im Interview mit Sebastian

 

Wie er dazu kam, und was ihn im fernen Osten erwartet: Wir haben für euch die Antworten:

 

  1. Wie bist du auf den Wettbewerb aufmerksam geworden?

Im vergangenen Jahr nahm ich an einem Physikwettbewerb in Göttingen teil. Dort lernte ich einen Thüringer kennen, der selber schon bei der Bilingualen Geografieolympiade erfolgreich war. Das fand ich letztendlich so interessant, dass ich in diesem Jahr selber mitwirkte.

 

  1. Stand der Wettbewerb in irgendeiner Verbindung zu unserer Schule?

Ja. Zwar wurde ich nicht über die Schule nach meiner Teilnahme gefragt, aber die Qualifikationsrunde fand für mich hier im Johann- Walter-Gymnasium statt.

 

  1. Wie hast du dich für Peking qualifiziert?

Es gab zwei Runden. Die erste absolvierte ich, wie schon gesagt in unserer Schule. Meine Arbeiten hat hier Frau Graph kontrolliert, da sie die Fächer Englisch und Geographie unterrichtet. Und die zweite fand im November in Braunschweig statt. Dort entschied sich, wer auf internationaler Ebene Deutschland vertritt. Für die vier Besten wird es in die Hauptstadt von China gehen.

Ich habe mit 1,5 Punkten Vorsprung zum 5. Platz den 4. Platz auf nationaler Ebene erreicht. Daran sieht man einmal, wie nah die Platzierungen beieinander liegen. Selbstverständlich gehört dazu das Wissen, aber auch viel Glück. Mir ist erst kurz vor der Abgabe, beim letzten Durchlesen, ein Fehler aufgefallen, den ich noch überarbeitet habe. Und genau das waren die 1,5 Punkte, die mir den Vorsprung sicherten.

 

  1. Wie hast du dich vorbereitet?

Ich habe zu Hause wichtige Wörter, wie z.B. Niederschlag nachgeschlagen und gelernt.

Außerdem hat mir Frau Graf sehr geholfen. Da sie Geografie und Englisch unterrichtet, war sie ein idealer Ansprechpartner und hat mein Geschriebenes kontrolliert.

 

  1. Was fiel dir in den Wettbewerben schwerer? Das geografische Wissen oder die englischen Vokabeln?

Eher die Vokabeln. Wir bekamen zwar ein Wörterbuch, jedoch fehlte die Zeit, um jeden einzelnen Begriff nachzuschlagen. Bei der ersten Runde hatte ich eine halbe Stunde Zeit, beim zweiten Mal eine dreiviertel Stunde. Was ich zum Beispiel nicht wusste,, waren die englischen Begriffe für Nördlicher Wendekreis. Die wortwörtliche Übersetzung wäre schief gegangen, denn der Begriff leitet sich im Englischen lustigerweise von dem Sternzeichen Krebs ab und heißt übersetzt “Topic of cancer“.

Am schwierigsten fand ich eigentlich die landwirtschaftlichen Begriffe, aber im Allgemeinen sind viele Wörter dem Deutschen sehr ähnlich, z.B. Tektonik ist im Englischen “tectonics“.

 

  1. Wie lange bist du in Peking und wie wird dein Tagesablauf aussehen?

Der Wettbewerb ist im August 2016 und wird acht Tage dauern. Dabei erwarten mich verschiedene Prüfungen. Der erste Test wird ein normaler schriftlicher sein, der zweite ein Ankreuztest, und am dritten Tag müssen wir unser Können in der Praxis unter Beweis stellen, in Form einer „Draußenarbeit“.

Darauf folgen fünf Tage Exkursionen. Die Teilnahme hängt jedoch davon ab, ob das sächsische Kultusministerium die beiden Betreuer, zwei sächsische Lehrer, freistellt, da zu dieser Zeit im August bereits das neue Schuljahr begonnen hat.

 

  1. Was kannst du in China gewinnen?

Der Gewinn ist eine Medaille und ein Urlaub. (schmunzelt)

 

 

Die Pinnnadel auf der Weltkarte darf Sebastian nun also auch selber bereisen. Aufgrund seiner enormen Kenntnisse hat er sich diese Chance ermöglicht. Damit ist erneut bewiesen: Ohne Fleiß keinen Preis!

 

Der auf dem Boden gebliebene Zwölftklässler freut sich schon jetzt auf die Lehrfahrt in das Land der aufgehenden Sonne. „Auch falls ich keinen der ersten Plätze belege, war ich in Peking und werde an Erfahrung und tollen Erinnerungen gewonnen haben.“ Mit diesen Gedanken endet unser Interview mit Sebastian.

Auf seiner Reise wünschen wir ihm maximale Erfolge und eine schöne Zeit.

 

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