„UN GRANDE VOYAGE – Die Welt braucht Liebe“

Mit diesen 4 Worten endet die Theatervorstellung  des Johann-Walter-Gymnasiums von nahezu 4 Stunden. Es ist eine Reise über 700 Jahre vom 16Jh. bis in die Zukunft. Ein Drama in drei Akten. Im Fokus der Betrachtungen steht immer das System, die Gesellschaft, die politische Macht und die Menschen die in ihr leben. Dieses  Theaterstück „system fatal“ ist von 4 Autorinnen geschrieben worden, deren Zusammenführung aus den Arbeiten von Henriette Schubert und Nina Kurand (3.Akt) sowie erweitert von Maren Bolduan und Tabea Wenselau (1+2.Akt)  zu einer aus meiner Sicht gelungen Symbiose von sehr talentierten Schülerinnen entstanden ist. Ihnen gebührt die größtmögliche Anerkennung in unserer Gesellschaft. Ich begleite die kreative Arbeit des Johann-Walter-Gymnasiums seit einigen Jahren mit meinen Rezensionen und ich erlebe jedes Mal ein außergewöhnliches Kunsterlebnis. Ich ändere meinen Lieblingssatz.“ Kultur lebt nur da weiter, wo die Jugend sie mitgestaltet“. Hinzufügen muss man an dieser Stelle die musizierenden Kräfte die von einer Maestra mit 25 eigenen Kompositionen geleitet wird, um dem Stück eine geniale Untermalung zu verleihen.

Im 1.Akt begegnen wir dem historisch belegten Kurfürsten Friedrich dem Weisen – Sächsischer Kurfürst von 1486-1525 – und Claus Narr, namentlich der Narr des Kurfürsten. Dieser erscheint uns als redegewandter und listiger Zeitgenosse (nicht umsonst wird er historisch als der 2. Till Eulenspeigel angesehen). Der Kurfürst verliebt sich in eine hübsche Bauersmagd,  Anna, obwohl er genau weiß, dass die Ständeordnung der Gesellschaft eine derartige Liebe nicht billigt.  Claus Narr erläutert uns dieses System: 1. Stand=Klerus, 2.Stand=Adel und 3. Stand=Bürger und das die Liebe des Adels nur auf gleicher Ebene möglich ist und somit einem Kurfürst nicht erlaubt ist zu lieben wen er will. Auch Anna erkennt in einem Gespräch mit ihrer Freundin, das sie diese Liebe nicht erleben kann und darf. Und dann singt der Chor zum ersten Mal dieses Lied „Als Du gingst“, das uns in jedem Akt wieder begegnen wird.

Der 2.Akt führt uns in das Jahr 1943 wo am 2.Febr. die deutsche 6. Armee in Stalingrad vernichtend geschlagen wird.  Und da steht der berüchtigte Rhetoriker Goebbels der im Namen Hitlers die Menschen immer noch vom 1000j. Reich überzeugen will. Auch in der Schule und im Bund Deutscher Mädel redet man von der Weltherrschaft  und betet beim Fahnenappell für den Führer. Aber nicht alle glauben mehr an diese falschen Versprechungen. Luna gerät mit ihrer Familie in Streit, sie zweifelt an diesem System und fürchtet, dass die Kinder durch diesen Krieg keine Zukunft haben werden. Sie lernt in einem Tanzlokal auch Gleichgesinnte kennen und es wird in weißen Kleidern Charleston getanzt. So begegnen wir der „Weißen Rose“, eine meist aus Studenten bestehenden Widerstandsgruppe gegen die Diktatur des Nationalsozialismus, deren Leitmotiv die humanitären Werte sind. Sie verteilen Flugblätter, werden verraten und getötet. Ein Chor singt ein jüdisches Lied und zeigt uns, dass auch Luna und Leander, ein Jude,  keine Chance haben, ihre Liebe zu erleben. Der zweite Akt endet wie der erste mit diesem Lied „Als Du gingst“.

Eine Fiktion ist der 3.Akt, die uns von heute in das Jahr 2121 führt, klassifiziert als der Ausbruch des dritten Weltfriedens. Wir hören die Präsidentin mit dem Anfang ihrer Rede.“Du willst Frieden? Dann lass dich nicht länger von deinen trügerischen Gefühlen lenken. Die Menschen haben sich für eine Welt ohne Emotionen entschieden. Denn diese machen dich unkontrollierbar, unberechenbar und damit unbrauchbar für das System. Von Emotionen geleitet, triffst du Entscheidungen, die du später bereust. Keine Angst wird geduldet, kein Neid, keine Wut und kein Hass, denn daraus, so sagt man, resultierten die Kriege der Vergangenheit. Wir wollen keinen Ausbruch des Dritten Weltkrieges. Nein, wir wollen den Ausbruch des Ersten Weltfriedens. Und das willst du auch, oder? — Und dann schreit jemand „das ist eine Lüge“  und die Präsidentin sagt,“ entfernt den Systemfehler. Es gibt Gesellschaftsklassen, in die die Jugendlichen mit 16 Jahren durch einen IQ-Test eingeordnet werden. Der Lehrer in der Schule macht es deutlich. Wir sind das System. Das System ist für uns und das ist unsere Pflicht. Keine Fragen, keine Zweifel, sonst gefährdet ihr euch. Wir erleben Luna, die nach dem Test ihre Familie verlassen muss, um in eine andere Gesellschaft aufzusteigen. Die Liebe zu ihrem kleinen kranken Bruder macht diesen Weg für sie schwer, aber Liebe ist in der Elite nicht erwünscht, keine Emotionen, keine Gefühle und sie erfährt von Freunden, das Mitschüler einfach verschwanden, weggebracht von den Wächtern der Präsidentin. Auch Luna, die laut nachdenkt, wird verhaftet und landet aber bei einer Gruppe, die sich Garde nennt. Die Garde ist eine Untergrundbewegung, deren Anführer Leander ist (was keiner weiß er ist auch der Sohn der Präsidentin). Sie wollen das System neu gestalten, die Macht der Elite brechen, sie wollen nicht mehr manipuliert und wie Marionetten benutzt werden. Sie wollen ihre Freiheit, sie stehen für ihre Werte wie Freundschaft, Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit, sie brauchen Hoffnung, Träume und Zukunft. Darüber sollten wir alle mal in Ruhe nachdenken!!! All das endet in einem Showdown zwischen der Garde und den Wächtern der Präsidentin. Leander klagt seine Mutter an, sie sei falsch wie das System. Letztendlich, so glaube ich, wird Leander von seiner Liebe zu Luna und der angeborenen Liebe zu seiner Mutter so innerlich zerrissen, dass er Suizid begeht. Und wieder dieses Lied: „Als Du gingst…Das was Du bist wird immer bleiben…Du bleibst in mir und ich bleib in Dir…bleiben wir ewig…“ mein Highlight.

Danke zu sagen ist eine Gabe für ein Theaterensemble von fast 50 Laien incl. der Inklusion von lieben Menschen der Lebenshilfe, einfach großartig. Die Autorinnen habe ich schon für ihr außergewöhnliches Engagement gelobt. Ina Bär, die Maestra, und ihre Musiker/-innen mit der ersten Bühnenerfahrung, immer konzentriert und bereit und das vier Stunden, toll. Die für das Bühnenbild meist weiblichen Akteure haben einen TopJob gemacht. Tanzeinlagen aus der Renaissance, der Charleston bis zur Moderne, sehr begabt. Der Gesang hat mich mit vielen Facetten emotional berührt, vor allem dieses Lied, immer am Ende jeden Aktes. Aber all dies braucht eine künstlerisch inspirierende Motivarin. Danke Frau Dr. Gabriele Hönicke!

Manfred Boes, 26.6.2022

„system fatal“ – endlich auf großer Bühne

Am 10. 6. wurde den über 750 Zuschauern zum ersten Mal das Theaterstück „system fatal“ auf dem Konzertplatz der LAGA in Torgau vorgeführt.

Entstehungsprozess
Über das ganze Schuljahr saßen die zwei Elftklässlerinnen Tabea Wenselau und Maren Bolduan an der Ausarbeitung des Stückes. Die Grundlage und Hauptidee waren dabei schon gegeben, denn bereits die beiden Schülerinnen Nina Kurandt und Henriette Schubert schrieben im Schuljahr 2020/21 an dem Subjet in Form einer BeLL. Jene Besondere Lernleistung ersetzt eine mündliche Prüfung im Abitur und ist damit eine gute und vor allem kreative Alternative, wenn man genügend Motivation und Leidenschaft für das kommende große Projekt aufbringen kann. Leider konnten die beiden ihr Stück aufgrund von Corona nicht aufführen. Da die betreuende Lehrerin Frau Dr. Hönicke das erstellte Konzept und die harte Arbeit, die bereits investiert wurde, nicht ungewürdigt lassen wollte, durften Maren und Tabea diesen Teil übernehmen. Doch benötigten sie nun auch einen eigenen Anteil, weshalb sie sich entschieden, das vorliegende Theaterstück zu kürzen und noch zwei neue Akte dazuzuschreiben. In ihnen wird die Grundgeschichte, die in der Zukunft spielt, in zwei andere Zeiten versetzt.
Zu einem Theaterstück gehört allerdings noch viel mehr als die Textproduktion. Es mussten Kostüme und Requisiten erfragt und bestellt, Schauspieler gefunden, Locations organisiert, ein Proben-, Zeit- und Headsetplan erstellt und Techniker und Musiker gefunden werden. Der Umfang war immens.
Doch obwohl die beiden unter nervenaufreibenden Zeitdruck arbeiteten, schafften sie es trotzdem, mit unglaublich hohem Engagement die Herausforderungen zu meistern.

Die Handlung
Wie bereits erwähnt, ist das Stück in 3 Akte geteilt, die sich eine gemeinsame Grundhandlung teilen.
Dabei spielt der erste Akt im Mittelalter, der zweite zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und der dritte in der Zukunft.
In allen Zeitepochen verlieben sich die Hauptfiguren ineinander, ihre Beziehung wird jedoch von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Sie sind Fehler im System. Das Ringsum um diesen roten Faden, wie die Nebencharaktere, die Nebenhandlung und sogar das Ende der Geschichten, wird dabei jedoch stets verändert, sodass es nie langweilig für den Zuschauer wird.

Ohne in diesem Artikel zu viel verraten zu wollen: er wird dramatisch und emotional! Das Zuschauen lohnt sich.

Die Umsetzung
Rund fünfzig Schauspieler füllten die Rollen des Stückes, oft auch mit Doppelbesetzungen, aus. Dabei waren Schüler unterschiedlichster Klassenstufen des Johann-Walter-Gymnasiums, aber auch einige Lehrer und Menschen mit Behinderung beteiligt. Auf der Bühne verkörperten sie überzeugend ihre Charaktere und kaschierten gekonnt ein paar kleine Texthänger. Einige der Schauspieler blühten sogar richtig auf und fesselten den Zuschauer mit ihrer Leistung an das Geschehen.
Die Protagonistin Luna wurde von Elli Krieg und der Protagonist Leander von Emil Schiemann aus der 11. Klasse gespielt, die ihre unglaublich umfangreichen Rollen sehr erfolgreich umsetzen konnten.
Doch die Aufführung wurde nicht nur von den Schaupielern getragen, sondern auch von unterschiedlichen Chören und Orchestern, die die Handlung musikalisch untermalten. So der Nachwuchschor unter der Leitung von Frau Hinnerichs, der Schulchor unter der Leitung von Christian Friedrich und Tobias Orzeszko, die Schulband unter der Leitung von Sebastian Sachs und das Orchester unter der Leitung von Ina Bär.
Aufgelockert wurde das Stück außerdem durch verschiedene Tänze und Filme, die über eine LED-Wand abgespielt und ebenso von den Schülern selbst choreografiert und im Rahmen des Medienkurses produziert worden sind
Des Weiteren stand ein Technik- und Requisitenteam zur Verfügung, das zusätzlich zum Gelingen der Aufführung beitrugen.

Zuschauermeinungen

„Ich bin immer noch begeistert von der Aufführung und beeindruckt von der Leistung aller Beteiligter. Da steckt viel Arbeit drin. Toll fand ich, dass die Menschen mit Behinderung mitgewirkt haben. Die Darsteller hatten sichtlich viel Spaß. Ganz großes Kompliment für die musikalische Untermalung!“

Ivonne Kattner

„Uns hat „system fatal“ sehr gut gefallen. Die Idee, Systeme mit ihren Mängeln bzw. Beschränkungen und Zwängen und der daraus resultierenden Gefahren für die Zukunft aufzuzeigen, wurde beeindruckend umgesetzt. Alle Darsteller haben durch ihre Mimik und Gestik ihre Rollen sehr authentisch ausgefüllt. Für uns Zuschauer war die Freude am Spiel ganz offensichtlich. Durch die Musik wurde die Stimmung noch verstärkt und gemeinsam mit dem zügigen Kulissenwechsel in die nächste Szene übergeleitet. Der Chor mit der Solistin hat für Gänsehaut gesorgt. Der letzte Tanz der Hauptdarsteller zum Lied der Schulband untermalt durch die ‚Lichtshow‘ des Publikums war ein gelungener Abschluss.“

Alex und Jana Schöne

Fazit

Wer sich für Theater begeistern kann oder sich für die Projekte des Johann-Walter-Gymnasiums interessiert, ist bei der Aufführung von „sytsem fatal“, die fast vier Stunden andauerte, genau richtig. Das unglaublich umfassende Werk bietet für jeden Geschmack etwas: Tänze, Filme und Musik. Es wird niemandem langweilig. 
Was hier mit harter Arbeit entstanden ist, lässt sich als ein ergreifendes Kunstwerk bezeichnen, mit viel Herz und einer wichtigen Moral: Wir lieben Freiheit.

Lea Ziegenhorn 11eth1

Mottowoche 2022 – Tag 5: Zeitreise

Bilder: Florian Neumann

Körpersprache – eine Komplexe Leistung von Michelle Galka

Das Titelbild ihres zu diesem Thema erstellten Magazin.

Michelle hat im Zuge ihrer Komplexen Leistung ein Magazin erstellt, in dem sie über die Körpersprache von uns Menschen aufklärt. Darin behandelt sie Themen, wie das Lesen von Körpersprache bei anderen Menschen und das eigene Verhalten in Situationen, beispielsweise im Beruf oder in der Schule.

Diese stellte sie im Medienunterricht der 12. Klasse vor. Wir haben sie zu den genauen Hintergründen ihrer Arbeit befragt.

Stell dich zuerst bitte vor!

Hallöchen mein Name ist Sarah Michelle Galka und zurzeit besuche ich die 12.Klasse des Johann-Walter-Gymnasiums. Ich bin ein sehr kreativer Mensch, der sich sehr gerne künstlerisch betätigt, dadurch habe ich mich im Laufe der Jahre in Details verliebt. Jegliche Art von Details unserer Welt inspirieren und faszinieren mich, dabei habe ich ein besonderes Interesse für Menschen entwickelt. Ich höre Ihnen gerne zu, unterstütze sie oder bin einfach nur fasziniert von Ihrer Wirkung und Ihrem Verhalten, weshalb ich solche Situationen dann gerne in Bildern (Zeichnungen) festhalte.

Wie kamst du auf die Idee, deine Komplexe Leistung zum Thema Körpersprache zu machen?

Anfang der 11. Klasse bekamen wir die Aufgabe, uns Gedanken um unsere Komplexe Leistung zu machen und ich habe so oft und lange überlegt. Dabei bin ich schließlich auf das Thema Körpersprache gestoßen.

Dank eines Treffens mit einer Person in den Sommerferien hatte ich nämlich begonnen, mir mehr Gedanken um Körpersprache und deren Bedeutung zu machen, weil ich diese Person gar nicht verstanden habe und deren Körpersprache mich komplett verwirrt hat. Ich wollte herausfinden, ob deren Ausstrahlung und Wirkung der Persönlichkeit dieser Person entspricht und hatte dadurch mein Thema gefunden. Dieses Interesse hat sich dann im Laufe meiner Forschungen mehr und mehr verstärkt, weil sich einzelne Details der Körpersprache der Person mit Fakten zum Charakter widersprochen haben.

Worauf hast du deinen Fokus gelegt?

Zum Beginn der Erstellung meiner Komplexen Leistung habe ich mir Fragen überlegt, welche ich gerne mithilfe meiner Komplexen Leistung beantworten wollte.

Diese Fragen lauteten: „Was ist Körpersprache? ; Welche Bedeutung hat Körpersprache? ; Wobei hilft Körpersprache? ; Wie versteht man Körpersprache? und Was verkörpert Körpersprache?“.

Was hat dich besonders überrascht und interessiert?

Bei meiner Recherche fiel mir immer mehr auf, dass man mithilfe von Körpersprache Gedanken lesen und entschlüsseln kann. Beispielsweise kann man durch Blickrichtungen des Gesprächspartners erkennen welcher Teil des Gehirns gerade aktiv wird und ob diese daher lügt oder nicht.

Du hast eine besondere Ausstrahlung und machst einen sehr selbstbewussten Eindruck. Hast du schon davor besonders auf deine Körperhaltung geachtet oder kam das erst mit deiner Recherche?

Ich bin schon immer ein kleiner Sonnenschein, der selbstbewusst ist, und zu sich steht und immer diese Ausstrahlung verkörpert.

Also ja, ich habe schon immer gerne auf meine Körpersprache und die von anderen und deren Wirkung geachtet.

Wie gut, würdest du sagen, kannst du andere Menschen anhand ihrer Körpersprache einschätzen oder kategorisieren?

Diese Frage ist ehrlich gesagt nicht sehr einfach zu beantworten. Beispielsweise habe ich mich einerseits nämlich geirrt bei der Person, weil deren Charakter nicht unbedingt zu deren Körpersprache passte. Wiederum bei anderen Menschen stimmt deren Wirkung sehr gut mit dem Charakter überein. Deshalb muss man abwägen können, ob die Person ihre Körpersprache selbst kontrollieren und manipulieren kann oder nicht. Die Person, wegen der ich mich näher mit Körpersprache beschäftigt habe, nutzt ihre Körpersprache zum Beispiel, um eine Wirkung und Aura zu repräsentieren, wodurch sie arrogant und eiskalt wirkt, obwohl sie es gar nicht ist. Das Kategorisieren von Menschen anhand ihrer Körpersprache und Wirkung ist deshalb nicht eindeutig machbar, denn dies ist wie der erste Blick auf jemanden, dieser kann oft trügen.

Wie hilft dir dein Wissen im Alltag sonst weiter?

Ich mag es sehr, Menschen zu analysieren und einzuschätzen, deshalb nutze ich die Körpersprache, um Gefühle zu lesen und um dann empathisch handeln zu können. Des Weiteren hilft Körpersprache bei der Äußerung von Gedanken. Die Sprache, sowohl verbale als auch nonverbale, können eine Wirkung unterstützen, wodurch auch Überzeugungen einfacher sein können. Beispielsweise bei Vorträgen ist dies hilfreich, aber auch bei Bewerbungsgesprächen (als auch später im Bereich des Datings 😉 ).

Was ist dein Plan nach der Schule?

Ich beabsichtige nach der Schule meinen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten durch die Unterstützung von Menschen in der Pflege und Gesundheit. Dabei will ich den Bedürftigen helfen, damit diese sich menschlich und wertgeschätzt fühlen.

Was kannst du an Literatur/Videos/Webseiten für Interessierte weiterempfehlen?

Für Interessierte sind bestimmte Bücher wie „Die Fähigkeit zu Manipulieren“ von Julius Kronbach, „Menschen lesen“ oder „Sehen, was andere denken“ von Joe Navarro sehr hilfreich, um sich näher in das Thema hineinversetzen zu können. Auch Apps wie „psychology of body language“ und „psychology: lie detector test“ haben mir sehr geholfen.

Vielen Dank!

Weihnachtskonzert am 17.12.21

Unser Weihnachtssingen ist zu einer alljährlichen Tradition am Johann-Walter- Gymnasium geworden und deshalb auch nicht mehr wegzudenken. Am letzten Schultag vor den sehnlichst erwarteten Weihnachtsferien werden so alle Schüler noch einmal in Weihnachtsstimmung versetzt. An diesem Tag herrscht eine besinnliche und gemütliche Atmosphäre in der Aula und auch die letzten Weihnachtsmuffel werden von dem Weihnachtsfieber angesteckt.

Trotz der aktuell angespannten Situation konnte unser Traditionelles Weihnachtssingen auch dieses Jahr stattfinden, jedoch anders als ursprünglich geplant. Obwohl alle Beteiligten auf ein zahlreiches Publikum vor Ort gehofft hatten, fand das Konzert der Chöre nur in eingeschränkter Form statt und nur die Schüler und Lehrer des Johann-Walter-Gymnasiums konnten das Programm in der Aula miterleben. Für die Chorsänger bedeutete diese Situation dreifache Arbeit, gleichzeitig aber auch dreifachen Spaß, denn die einzelnen Jahrgänge wurden auf verschiedene Zeiten verteilt. Die Klassenstufen fünf bis sieben hatten außerdem die besondere Ehre, auch das Bläserquartett, das Cellotrio und die Instrumentalisten der Musikschule zu erleben. Anschließend folgten die Klassenstufen acht bis zehn und abgeschlossen wurde mit den Kursen elf und zwölf um 12:30 Uhr.

Nichtsdestotrotz ließen sich die Chorschüler nicht die Möglichkeit nehmen, ganz Torgau zu verzaubern, denn die neugierigen Außenstehenden hatten die Chance, dem Konzert zu lauschen und sich durch die vor der Aula stehenden Lautsprecher in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen.

Mit einer kreativen Ansprache wurde das Interesse der Zuschauer geweckt, woraufhin der Nachwuchschor, unter der Leitung von Frau Hinnerichs, die erlernten Stücke zum Besten geben konnte. Mit besinnlichen und außergewöhnlichen Weihnachtsliedern verzauberten die jungen Nachwuchssänger alle Anwesenden. Daraufhin folgte der Schulchor, welcher seine Stücke zuvor im Chorlager zusammen mit dem Ensemble 21 fleißig geübt hatte. Klassische Weihnachtslieder wie „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Vom Himmel hoch“ begeisterten alle Schüler und schafften so eine gemütliche Atmosphäre. Anschließend löste auch das neu gegründete Ensemble 21 Begeisterung aus. Dabei wurde es, neben der Leitung von Herrn Friedrich, tatkräftig von Frau Hinnerichs und Herrn Orzeszko unterstützt. „May the Lord send Angels“ und „Mary did you know” überzeugten als englischsprachige Lieder sowohl Lehrer als auch Schüler. Den Programmhöhepunkt bildete das gemeinsame Singen der verschiedenen Chöre. Dabei forderten diese zum Mitsummen auf, so dass nun die Zuhörer besonders integriert wurden. Abschließend fand unser Schulleiter Herr Nowack ein einfaches Wort, welches den gesamten Tag gut zusammenfasste: „Fantastisch!“.

Alles in allem lässt sich sagen, dass auch das diesjährige Weihnachtsingen ein voller Erfolg war, denn trotz schwieriger Bedingungen waren alle begeistert.

Auch wenn es noch in den Sternen steht, ob das nächste Weihnachtssingen wieder wie gewohnt stattfinden kann, sind wir voller Zuversicht, dass es genauso überwältigend wie das diesjährige wird.

Und das sagten die Zuhörer:

„Sehr angenehm. Wie jedes Jahr war es schön, es auch dieses Jahr wieder hören zu können.“ – Arthur Nitz, 11ch1

„Supertoll. Es ist sehr schön wieder mehr jüngere Schüler zu sehen“ – Nils Haß, 12 eth1

„Es war sehr schön vom Gesang und vom Repertoire und auch von der Atmosphäre untereinander. Sehr emotional und professionell!“ – Frau Dr. Hönicke

„Überwältigend wie immer! Ich finde es super, wie viel Herzblut jedes Jahr reingesteckt wird von den Schülern, den Lehrern und den Chorleitern. Das spürt man!“ – Herr Sachs

„Fantastisch!“ – Herr Nowack

„Es war sehr eindrucksvoll.“ – Gregor Katzschner, 11eth1

„Die Stimmung war richtig großartig. Bei dem ersten Durchgang war jeder etwas aufgeregt, aber am Ende hat sich jeder sehr gefreut.“ – Anna Nesterov, 10d

„Ich finde es gut, dass wir statt des eigentlichen Konzerts wenigstens so singen durften. Es hat total viel Spaß gemacht und ich habe es sehr genossen.“ – Alina Nesterov 8d

Artikel: Tabea Wenselau und Elli Krieg, 11. Klasse

Bilder: Florian Neumann, 12. Klasse

Gehen oder Bleiben? – Geschichtsprojekt

Wir sind es gewohnt, in einer Demokratie zu leben, in der wir unsere Meinung stets offen äußern können. Dieses Privileg hatten unsere Eltern und Großeltern allerdings nicht uneingeschränkt. Aufgrund der Repressionen, die in der DDR herrschten, war es oftmals nicht möglich, sich individuell und frei zu entwickeln.

Anlässlich des 60. Jahrestages des Mauerbaus findet das Projekt „Gehen oder Bleiben? Jugendliche in der DDR zwischen Flucht und Repression“ statt. Dieses soll Schülern die Geschichte der DDR auf eine Art und Weise näherbringen, die sich gänzlich vom Unterricht abhebt. Dafür wurde das Projekt in zwei Abschnitte gegliedert, wobei der erste in Torgau beziehungsweise Leipzig abgehalten wurde und der zweite Teil in Sandbostel durchgeführt werden soll. Dem Leistungskurs von Herrn Gierschick und dem Grundkurs von Herrn Titze wurde diese besondere Erfahrung ermöglicht.

Der erste Teil fand vom 13. bis 15. Oktober 2021 statt. Der zweite Teil des Projekts wird voraussichtlich im nächsten Jahr zustande kommen.

Zu Beginn des Projekts klärten die wissbegierigen Schüler zunächst, was Freiheit für sie bedeutet. Schnell wurde klar, dass viele ihre Freiheiten als selbstverständlich ansehen. Dies widersprach zum Teil gänzlich den in der DDR herrschenden Bedingungen. Als Nächstes beschäftigten sich alle Teilnehmer mit der Freiheitsberaubung durch den Mauerbau 1961 und seinen Folgen für die Bewohner Deutschlands. Um sich auf den am Nachmittag folgenden Besuch des Erinnerungsortes am Fort Zinna vorzubereiten, befassten sich die Schüler mit Biografien von jungen politischen Häftlingen. Die Haftgründe sowie die dahintersteckenden Motive der Insassen sind heutzutage nur schwer nachvollziehbar, da eine freie Meinungsäußerung für uns selbstverständlich ist.

Den darauffolgenden Tag verbrachten alle in Leipzig, wobei sich die Kurse in zwei Gruppen geteilt hatten. Gruppe 1 besuchte das Stasiunterlagenarchiv und informierte sich über die Arbeitsweise der Staatssicherheit. Außerdem durfte sie auch einige, selbstverständlich geschwärzte, Akten durchsehen. Die andere Gruppe war währenddessen zu Gast im Archiv Bürgerbewegung und besichtigte die Ausstellung „All you need is beat“, wobei die Leipziger Beatdemonstration 1965 im Mittelpunkt stand. Beide Gruppen tauschten daraufhin ihren Aufenthaltsort.

Am letzten Tag war das Highlight das Zeitzeugengespräch mit Norbert Sachse, welcher selber einmal ein politischer Gefangener im Torgauer Gefängnis war.  Er berichtete über seine Zeit in Haft und beantwortete den Schülern alle Fragen. Das gesamte Gespräch verlief sehr locker und trotz des ernsteren Themas wurde viel gelacht. So verging der letzte Tag wie im Flug und jeder machte sich auf den Weg nach Hause, um dort die neu gelernten Dinge zu verarbeiten.

Insgesamt kam das Geschichtsprojekt bei Schülern und Lehrern gut an. Letztere hoffen, dass dieses Projekt auch nachfolgenden Jahrgängen nicht verwehrt bleibt. Es hilft, die Vergangenheit unserer Eltern und Großeltern zu verstehen, und dies sollte man nutzen, solange es noch Zeitzeugen gibt, die davon berichten können. Eins ist sicher: In diesen 3 Tagen haben alle Schüler mehr für das Leben gelernt, als es im Unterricht möglich gewesen wäre.

Elli Krieg und Nora Paul, Klasse 11