Interview mit Frau Reibold

1. Was war Ihr Berufswunsch als Kind bzw. Jugendlicher?

Ich wollte schon immer Lehrerin werden, bis mir damals eine Lehrerin gesagt hat, ich könnte es nicht. Dann habe ich erst einmal Buchhandel und Verlagswirtschaft studiert, bevor ich mich daran erinnert habe, was ich eigentlich schon immer machen wollte, und dann doch Lehramt studiert habe.

2. Ist Lehrer für Sie ein Traumberuf? Aus welchen Gründen?

Ich wollte schon immer Lehrerin werden, schon als Kind habe ich immer gesagt, dass das mein Traumberuf sei. Je älter ich wurde, desto mehr wurde mir bewusst, dass viele Lehrer*innen in meiner Schulzeit Dinge gemacht und gesagt haben, die so eigentlich nicht in Ordnung waren und ich möchte verhindern, dass die neuen Schülergenerationen Ähnliches erleben. Ich habe irgendwann mal das Zitat „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Gandhi) gelesen und habe mir das seither sehr zu Herzen genommen.

3. Begründen Sie kurz Ihre Fächerwahl!

Ich lese sehr viel und sehr gerne und dabei ist es mir egal, ob es sich um eine Dystopie, einen Klassiker, einen Fantasyroman oder um das Reisetagebuch eines Diamantenhändlers aus dem 17. Jahrhundert handelt. Ich fand es schon immer spannend, mich mit dem Menschen, seinen Gedanken und Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, und das geht sowohl in der Literatur als auch in der Geschichte. Beides sehr empfehlenswert, besonders um zu verstehen, dass manche Dinge wirklich besser Geschichte(n) bleiben sollten.

4. Welche Tipps würden Sie Schüler*innen geben, die Lehrer*innen werden wollen?

Lasst euch nicht entmutigen, aber behaltet bei eurer Fächerwahl den Korrekturaufwand im Hinterkopf! Und macht euer Latinum unbedingt in der Schule, wenn ihr es für eure Fächer braucht. Ihr wisst erst richtig, was Stress ist, wenn ihr die Inhalte von fünf Jahren Lateinunterricht innerhalb eines Jahres an der Uni nachholen sollt.

5. Blicken Sie für uns zurück auf Ihre eigene Schulzeit:

Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen? Ich würde Latein in der Schule belegen und mir im Studium viel Stress ersparen.

Was war früher besser? Was schlechter?
Besser war, dass man früher bei der digitalen Recherche direkt echte Ergebnisse gefunden hat und nicht versucht wurde, einen zuerst mit KI-basierten Inhalten abzuspeisen.

Schlechter war, dass ich in meiner Schulzeit viele Lehrer*innen hatte, die von den Schüler*innen nichts anderes gefordert haben als Auswendiglernen und das war echt langweilig.

Was war Ihr lustigster bzw. peinlichster Moment als Schüler?
Bei der Mottowoche in der 12. Klasse bin ich beim Motto „Geschlechtertausch“ als Fußballfan gegangen. Alle haben sich über die Jungs lustig gemacht, die tatsächlich teilweise in Absatzschuhen (10cm und höher) kamen und in diesen Schuhen überhaupt nicht laufen konnten. Es wurden sogar Wetten darüber abgeschlossen, wer als Erster fallen würde. Niemand hatte damit gerechnet, dass ich als Erste zu Boden gehen würde. Meine Fußballschuhe (mit Spikes) hatten auf dem Gang überhaupt gar keinen Halt, sodass ich bei meinem ersten Schritt ins Schulhaus direkt einen Sturz hingelegt habe, wie man ihn sonst nur aus Cartoons kennt, wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht.

6. Welchen Eindruck haben Sie vom JWG?

Einen guten. Ich glaube, das JWG ist sowohl für die Lehrer*innen als auch für die Schüler*innen ein guter Raum zum Arbeiten, Lernen und um sich weiterzuentwickeln.

7. Welche Wünsche haben Sie, Ihren Beruf betreffend?

Ich hoffe, dass irgendwann nur noch Menschen in diesem Beruf arbeiten, die ihn wirklich aus Leidenschaft ausüben und Freude daran haben. Es ist ein richtig tolles Gefühl, gerne zur Arbeit zu gehen, und wenn man dann noch von Leuten umgeben ist, denen es genauso geht, dann entsteht eine positive und motivierende Atmosphäre, von der nicht nur die Lehrer*innen, sondern auch die Schüler*innen profitieren.

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