Interview mit Frau Papenroth
1. Was war Ihr Berufswunsch als Kind bzw. Jugendlicher?
Als Kind wollte ich lange Zoopflegerin werden. Später kamen für mich dann OP-Assistentin oder Tierärztin in Frage. Durch mein Interesse an Sprachen und der Trainertätigkeit im Vereinssport wurde aber immer mehr klar, dass ich lieber im Team arbeite und dass es mir große Freude macht, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. So gewann ich während der Oberstufe immer mehr Interesse am Lehramt.
2. Ist Lehrer für Sie ein Traumberuf? Aus welchen Gründen?
Definitiv. Ich würde mich als sehr kommunikativ beschreiben und denke, unser Beruf hat eben auch sehr viel mit Interaktion, Offenheit und Wertschätzung zu tun. Ich bin immer sehr erfreut über Beiträge der Schüler:innen und glücklich, sie bei ihren persönlichen Erfolgen begleiten zu können, auch dann, wenn diese nicht unmittelbar mit meinen Fächern oder der Schule zu tun haben. Gleichzeitig kann man gewisse Phasen, die man als Jugendliche auch selbst durchlebt hat, nun von außen beobachten und dabei ab und an in schönen Erinnerungen schwelgen.
3. Begründen Sie kurz Ihre Fächerwahl!
Meine Großeltern lebten mir früh eine große Begeisterung fürs Reisen vor und da sind mehrere Sprachen natürlich nützlich. Ich fand mit Beginn meiner Gymnasialzeit schnell Gefallen an englischsprachiger Musik, Serien und Büchern. Ebenso wie bei Englisch gab es innerhalb des Fachs Spanisch einige Aspekte, insbesondere aber die Orte, die mir gut gefielen und die ich später unbedingt mit eigenen Augen sehen und mehr darüber erfahren wollte. Für Spanisch spricht natürlich auch das besondere Lebensgefühl, welches ich in meinem Auslandssemester selbst erleben durfte. Ich habe neben den zwei Fremdsprachen auch Deutsch als Zweitsprache im Drittfach studiert, weil ich meine Erstsprache einmal aus einer anderen Perspektive sehen wollte, und hoffe, einigen Schüler:innen eines Tages das Ankommen in Deutschland erleichtern zu können.
4. Welche Tipps würden Sie Schüler*innen geben, die Lehrer werden wollen?
Sucht euch etwas, worauf ihr neugierig seid, und probiert euch aus. Nehmt alle Möglichkeiten wahr, die euch während des Studiums ansprechen und zieht auch Auslandssemester oder andere Wege, die aus der Komfortzone herausführen, in Betracht. Dadurch ergibt sich großes Potential für eure persönliche Entwicklung und lebenslange Freundschaften, völlig abgesehen von Sprache oder Studienfach!
5. Blicken Sie für uns zurück auf Ihre eigene Schulzeit:
Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?
Ich würde versuchen, die Zeit vor Ort besser zu nutzen, um mir mehr Freizeit zu verschaffen.
Was war früher besser? Was schlechter?
Die Pausen kamen mir als Schülerin deutlich länger vor als jetzt aus der Lehrerinnenperspektive!
Bei uns waren Partner- und Gruppenarbeiten die absolute Ausnahme und der Unterricht dadurch oft wenig aktivierend. Ich bin froh, dass sich das geändert hat.
Was war ihr lustigster bzw. peinlichster Moment als Schüler?
Es ist total schwierig, den einen lustigsten Moment zu benennen. Ich denke, es waren eher das alltägliche Zusammensein und die Insider-Witze, die sich durch die gesamte Schulzeit zogen, die uns teilweise in der Stillarbeit laut loslachen ließen.
6. Welchen Eindruck haben Sie vom JWG?
Ich bin ab dem ersten Tag unglaublich lieb und herzlich empfangen und unterstützt worden, sowohl vom Kollegium als auch von den Schüler:innen, und freue mich sehr auf meine Zeit am JWG. Neben dem Schulalltag bin ich genauso gespannt auf die Veranstaltungen und Traditionen, die die Schulgemeinschaft ausmachen. Das Schulgebäude und die Aussicht auf den Schlossgarten sind für mich täglich ein Highlight, auch wenn mir noch etwas die Orientierung fehlt und ich immer wieder in die falschen Etagen oder Richtungen laufe ☺
7. Welche Wünsche haben Sie, Ihren Beruf betreffend?
Ich hoffe, dass ich meine Freude am Beruf beibehalten kann und dass ich vielleicht auch die eine oder andere Person mit meiner Begeisterung für Sprachen anstecke. Außerdem wünsche ich mir, dass sich die Lernenden in meinem Unterricht wohlfühlen und erleben, dass sie auch unabhängig von ihren schulischen Leistungen gesehen werden.


