Interview mit Frau Riemer

1. Was war Ihr Berufswunsch als Kind bzw. Jugendlicher?

Im Kindergarten habe ich immer gesagt, dass ich später mal Prinzessin werden möchte – aber das ist ja leider nicht so einfach. Tatsächlich kam ich dann am ersten Tag aus der Grundschule nach Hause und wollte Lehrerin werden. Dieser Berufswunsch hat sich seitdem nie wieder geändert – nur die Fächerkombination war immer mal verschieden.

2. Ist Lehrer für Sie ein Traumberuf? Aus welchen Gründen?

Ja, auch wenn die Vielzahl an neuen Aufgaben am Anfang sehr überfordernd sein kann. Kein Tag ist wie der andere und nichts lässt sich ganz genau planen, aber genau das macht den Beruf für mich besonders. Ich finde die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unglaublich spannend und mag den Gedanken, dass ich sie auf einem so wichtigen Lebensabschnitt begleiten und unterstützen kann.

3. Begründen Sie kurz Ihre Fächerwahl!

Für Englisch habe ich mich schon sehr früh entschieden, da es eines meiner Lieblingsfächer in der Schule war. Außerdem habe ich in den Ferien mehrfach Sprachreisen gemacht und in meiner Freizeit viele Serien und Filme auf Englisch geschaut.

Für GRW habe ich mich erst in der 11. Klasse entschieden. Bis dahin fand ich den Unterricht ehrlich gesagt sehr langweilig, aber dann kam ein neuer Lehrer, der es geschafft hat, mich für das Fach zu begeistern. Seitdem habe ich mich auch außerhalb der Schule mit politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen auseinandergesetzt und versucht, die Zusammenhänge zu verstehen. Durch das Studium wurde mein Interesse nochmals verstärkt.

4.Welche Tipps würden Sie Schüler*innen geben, die Lehrer werden wollen?

Sammelt möglichst viele Erfahrungen vor dem Studium – sprecht mit Lehrkräften, gebt Nachhilfeunterricht, macht Praktika in Kindergärten oder Schulen, engagiert euch ehrenamtlich als Trainer in Vereinen. So merkt man schnell, ob dieser Beruf wirklich zu einem passt. Außerdem sollte man sich darüber bewusst sein, dass der Weg ins Lehramt nicht immer einfach ist und einen das Studium und Referendariat, aber auch Vorurteile in der Gesellschaft vor ziemlich große Herausforderungen stellen können. Aber es lohnt sich!

5. Blicken Sie für uns zurück auf Ihre eigene Schulzeit:

  • Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?

Nicht mehr vor jedem Test so extrem nervös sein und mich trauen, etwas zu sagen, auch wenn ich mir nicht zu 100% sicher bin, dass die Antwort richtig ist.

  • Was war früher besser? Was schlechter?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Schule und Unterricht haben sich gewandelt. Ob dabei etwas besser oder schlechter ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen.

  • Was war ihr lustigster bzw. peinlichster Moment als Schüler?

Ich bin einmal in meiner gesamten Schulzeit aus dem Unterricht geflogen. Aber wer singt auch mit einer 9.Klasse in Musik „Das rote Pferd“ und erwartet dann, dass alle dabei ernst bleiben können? Kurzfassung: Ich habe einen Lachanfall bekommen und durfte dann später meinen Eltern erklären, warum ich den Unterricht nicht ernst nehme.

6. Welchen Eindruck haben Sie vom JWG?

Durch den langen Arbeitsweg von Leipzig nach Torgau war ich anfangs sehr skeptisch. Allerdings kann ich mir mittlerweile keine bessere Schule für mein Referendariat vorstellen. Das Kollegium sowie die Schülerinnen und Schüler sind sehr nett und aufgeschlossen, sodass ich schon nach wenigen Wochen sehr gerne zur Arbeit gekommen bin. Außerdem finde ich die kleinen Traditionen, wie beispielweise die Halloween-Party oder den Frühlingsball, besonders toll.

7. Welche Wünsche haben Sie, Ihren Beruf betreffend?

Ich möchte auch in 25 Jahren noch sagen können, dass Lehrerin mein absoluter Traumberuf ist. Auf dem Weg dahin möchte ich meinen Unterricht weiter verbessern und Lernende so für meine Fächer begeistern. Mir ist außerdem wichtig, die Persönlichkeiten der Schülerinnen und Schüler zu sehen und sie nicht als eine Masse zu betrachten. Auch bei ihnen ist nicht jeder Tag gleich und Schule ist nicht immer das Wichtigste in ihrem Leben. Deswegen möchte ich in meinem Unterricht eine Lernatmosphäre schaffen, in der sich möglichst jeder wohlfühlen kann.

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